Adventskalender Türchen 16: Die Geschichte vom Hasen "Vorsicht" und warum Leben lebensgefährlich ist

Zu viel Vorsicht verhindert Leben

 

Es war einmal ein Hase. Alle nannten ihn Vorsicht. Keiner kannte seinen echten Namen. Er lief mit den Anderen übers Feld. Beim geringsten Geräusch schrie er laut „Vorsicht!“ und ging in Deckung, aus Angst, ein Greifvogel könnte ihn packen. Und so ging das den ganzen Tag. In jeder erdenklichen Situation schallte „Vorsicht!“ aus dem Mund des Hasen. Es ging sogar so weit, dass er die schützende Höhle irgendwann gar nicht mehr verlassen wollte. Es könnte ja etwas passieren.

 

Keine Frage – Vorsicht ist wichtig. Aber zu viel davon schränkt uns ein, macht uns unglücklich. Wir leben kein lebendiges Leben mehr. Wer immer nur die Folgen des eigenen Tuns bedenkt, wird wahrscheinlich gar nicht erst anfangen, etwas zu tun. Wir sitzen fest im Planen, Grübeln, Bewerten, Abwägen. Wir machen uns Gedanken darüber, was Andere über uns denken.

 

Zu viel Vorsicht macht einsam. Wir ziehen uns zurück. Wir gehen zu keiner Veranstaltung. Ein Beispiel sehen wir ganz aktuell wenn wir uns die Terror-Anschläge ansehen. Angst verhindert, dass wir im Stadion den Fußballspielern zujubeln. Angst verhindert, dass wir uns am Weihnachtsmarkt unseren Glühwein schmecken lassen.

 

Es geht aber noch viel weiter. Die Vorsicht verhindert, dass wir ehrlich unsere Meinung sagen. Nicht dass uns hinterher jemand blöd findet. Die Vorsicht verhindert, dass wir den Arbeitsplatz finden, an dem wir glücklich sind. Nicht dass man kündigt und der neue Job nicht so viel Geld bringt. Die Vorsicht verhindert, dass wir einen neuen Partner kennenlernen. Nicht dass wir wieder betrogen werden.

 

Sie sehen schon, Vorsicht verhindert Leben. Und Leben ist nunmal lebensgefährlich, ein Risiko. Und doch ist es so wunderbar prickelnd. Voller Überraschungen. Jeden Tag neu. Und es wartet so viel Spaß und Freude auf uns. Nehmen wir sie uns!

 

 

 

Viel Erfolg und Freude beim Hinauswachsen über den Hasen „Vorsicht“

 

Ihre Julia Georgi

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Myself (Freitag, 16 Dezember 2016 22:37)

    Ich der "Angst"Hase, weiß genau was Hase"Vorsicht" durchmacht.Doch so langsam glaube ich,dass das Leben gar nicht so gefährlich ist,wie es scheint..was wir daraus machen, ist viel gefährlicher. Wir werden keine positiven Erfahrungen sammeln können,wenn wir vor lauter "Vorsicht" die Höhle gar nicht mehr verlassen können und daraus folgt, das wir entweder vor Einsamkeit oder am verhungern sterben. Wir brauchen Kraft,Mut,Hoffnung,Willen,Selbstvertrauen und genau mit diesen Worten versuche ich es ab und an Selbst die Höhle zu verlassen Zb:,,Du schaffst das"..,,wenn Du jetzt nicht.XY.anrufen tust,wirst du es demnächst auch nicht machen"...An sowas arbeite ich momentan um ein wenig an Lebensqualität zu gewinnen.

  • #2

    Julia Georgi Die Hypnose Praxis (Samstag, 17 Dezember 2016 11:06)

    @Myself: Ich glaube Sie haben schon viel verstanden und somit den Status des "Hasen Vorsicht" schon überwunden. Sie sind schon ein paar Schritte weiter. Nämlich dabei, dass Sie wissen, dass Sie sich selbst beschränken. Und dadurch natürlich ebensogut beschließen können, damit aufzuhören. Das braucht - gerade, wenn man sehr lange "Hase Vorsicht" war - Zeit und Übung. Und vor allem braucht es positive Gedanken (z.B. Ich schaffe das. Ich kann das. Ich tue es einfach. Was soll schon passieren? Andere können das auch. Ich tue es und bleibe dabei ruhig und gelassen. Ich atme tief durch und dann nehme ich den Hörer in die Hand und wähle....). Neben den positiven Gedanken braucht es dann aber ganz unbedingt Belohnung. Gönnen Sie sich etwas, wenn Sie den nächsten Schritt geschafft haben. Sagen Sie dann auf keinen Fall: das ist doch eh normal, nichts Besonderes. Verstärken Sie Ihren Mut und tun Sie sich etwas Gutes. Viel Freude dabei, raus aus der "Höhle" zu kommen - Schritt für Schritt