Adventskalender Türchen 17: Warum Handys schlimmer sind als Zuckerrohr - oder: welcher Sklave bist Du?

Moderne Abhängigkeiten Handy&Co

 

Jeder kennt Filme, Bücher, Bilder über Sklaven, die auf Baumwollfeldern oder Zuckerrohrplantagen arbeiten. Hart, unerbittlich, unter schlimmsten Umständen. Keine freien Entscheidungen möglich. Komplett abhängig, ausgeliefert.

 

Wir sind heute auf den ersten Blick in einer besseren Lage. Frei. Dach über dem Kopf. Bestens versorgt. Können gehen wohin wir wollen und tun was uns beliebt. Auf den zweiten Blick jedoch gibt es da sehr wohl Zwänge. Dinge und Umstände, die uns zum Sklaven machen.

 

Denken Sie doch nur an das Handy. Ständig erreichbar, immer ansprechbar, erst anrufen, dann denken. Das Handy hat in unsere Familien Einzug gehalten. An unseren Esstisch. In unseren Schlafzimmern. Ständig bimmelt es. Nur mal schnell schauen – oh Whatsapp. Wer schreibt mir? Und wenn es nur der x-te lustige Spruch in Folge ist. Wir sind „up-to-date“.

 

Denken Sie doch an die Arbeit. Nichts mehr mit nine-to-five. Überstunden. Leistung zählt. Oder können Sie es sich etwa leisten, nicht Karriere zu machen? Höher, schneller, weiter. Mehr Geld, damit wir sagen können: „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“.

 

Und wessen Sklave sind Sie? Machen Sie es sich einmal bewusst, was Ihr Leben bestimmt? Ist es eher das Diktat der Gesellschaft, schön, fit, jung und schlank zu sein, das sie dazu bringt, sich Botox in die Stirn jagen zu lassen? Oder doch die Modemarke, die so en vogue ist, dass man sie unbedingt haben muss? Das neue Iphone, für das man schon die kalte Nacht vor Öffnung des Ladens frierend am Boden verbringt, in einer Schlange Gleichgesinnter? Wie heißt Ihr Sklaventreiber?

 

Aber keine Sorge: Erkenntnis ist der erste Schritt zur Lösung des Problems. Und danach rate ich zu folgendem Experiment: Entzug. Ein Wochenende bleibt das Display des Laptops schwarz, die Tastatur unberührt. Oder so ähnlich. Wie es bei einem Entzug eben so ist, werden auch Sie merken, dass Ihnen etwas fehlt. Aber auch, wie viel freie Zeit Sie plötzlich haben. Freie Zeit, die sinnvoll mit Neuem, Gutem gefüllt werden kann. Wann haben Sie zum Beispiel zuletzt ein Gesellschaftsspiel gespielt? Ich habe erst neulich mit meinem Mann bis in die Puppen Rummikub gespielt und unendlich Spaß dabei gehabt. Suchen Sie etwas Sinnvolles, Kommunikatives, Positives heraus und füllen damit Ihre freie Zeit. Schlagen Sie den Sklaventreibern ein Schnippchen und entkommen Sie der Plantage.

 

 

 

Viel Erfolg und Freude dabei, auszubrechen

 

Ihre Julia Georgi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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