Adventskalender Türchen 22: Was uns Obelix über Hektik beibringen kann - oder warum Stoppen sinnvoller ist als Hetzen

Stoppen statt hetzen - sich beeilen bringt nichts

 

Es eilt. Ich komme zu spät. Oh Mist, ich habe meinen Termin beim Zahnarzt vergessen. Das schaffe ich jetzt nicht mehr. Oh nein, Arbeitsmappe zu Hause liegen gelassen. Die brauche ich aber dringend, also noch einmal schnell zurück fahren. Sch…., geblitzt, 15 Sachen zu viel auf dem Tacho. Jetzt kann es nur noch besser werden.

 

Wir eilen, hetzen und rennen durchs Leben. Dabei sind wir unkonzentriert, machen Fehler, vergessen viel. Wer sich ständig nur beeilt, braucht häufig durch diese Leichtsinnsfehler mehr Zeit, als wenn er langsam machen würde, Schritt für Schritt, eins nach dem anderen.

 

Wer ständig im Stress lebt, dessen Körper läuft auf Hochtouren. Der Kortisolspiegel befindet sich schon in unendlichen Höhen. Das Herz kommt mit dem Pumpen kaum hinterher. Schlechte Sauerstoffversorgung durch Kurzatmigkeit. Das Hirn kann sich den normalen Alltagsanforderungen wie etwa Gedächtnis mehr schlecht als recht widmen, weil es im Notfallmodus läuft. Nachdem man in der Hektik auch Essen und Trinken vergessen hat, fällt auch die Nährstoffversorgung im Körper flach. Eigentlich eine Meisterleistung unseres Körpers, dass er trotzdem funktioniert.

 

Den Kindern in meiner ADHS-Kinder-Gruppe habe ich im Falle von unkontrolliertem Schnell-Schnell immer den „Stop-Obelix“ gezeigt. Das ist ein Bild von Obelix, dem dicken Comic-Helden, der als Kind in den Zaubertrank gefallen ist, mit einem großen Stop-Schild in der Hand. Er soll den Kindern sagen: Stop. Mach kurz Pause. Überleg erst einmal in Ruhe bevor du etwas tust. Sammel dich. Konzentrier dich. Mach dir klar, was als Nächstes kommt. Und dann geht’s in aller Ruhe los.

 

Das sollten wir als Erwachsene auch öfter tun. Vielleicht definieren sie ja ein Stop-Symbol für sich selbst: immer wenn Sie auf Ihre Uhr sehen – Stop. Immer wenn Sie die Türklinke Ihrer Wohnungstür drücken – Stop. Immer wenn Ihr Computer hochfährt – Stop. Sie finden bestimmt etwas für Sie ganz persönlich Passendes.

 

Wenn Sie Ihr Stop-Zeichen nutzen, dann nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge, schließen vielleicht ganz kurz die Augen. Konzentrieren. Zentrieren. Feststellen, was der nächste Schritt ist. Ein Lächeln aufsetzen, weil damit geht alles leichter. Und dann: ab durch die Mitte, erledigen Sie, was zu erledigen ist.

 

Viel Erfolg und Freude dabei, zu stoppen anstatt zu hetzen

 

Ihre Julia Georgi

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Blöchinger Rosi (Donnerstag, 22 Dezember 2016 22:04)

    Ich habe für mich da immer einen Spruch: hektik verbreitet geistige Windstille. So such ich dann ganz persönlich ein Zimmer, wo ich das Fenster öffnen kann, Energie reinzulassen, ein und aus atmen, für ein paar Sequenzen den Druck auzukommen... für den Kopf wieder Klarheit zu bekommen, und für die Augen einen klaren Blick zu bekommen...dann geht es wieder leichter weiter... VLG

  • #2

    Julia Georgi Die Hypnose Praxis (Freitag, 23 Dezember 2016 11:00)

    @Blöchinger Rosi: Ja, das ist eine schöne Technik für eine kleine "Stop-Auszeit". Im Übrigen geistige Windstille gefällt mir sehr gut :-)