Herbstblues adé - sagen Sie mit zehn einfachen Tipps Müdigkeit, Energieverlust und schlechter Stimmung den Kampf an

Winterschlaf. Der Igel tut es. Er verkriecht sich in seinen Laubhaufen, rollt sich in einer Kugel zusammen und entflieht somit dem trüben, kalten Wetter, das uns Menschen müde, antriebslos und schlecht gelaunt werden lässt.

 

 

Die Blätter fallen. Die Temperaturen sinken. Die Tage werden kürzer. Es ist morgens dunkel, wenn wir aus dem Haus gehen und abends dunkel, wenn wir nach Hause kommen. Einfach nur schlafen wollen. Keine Lust etwas zu unternehmen. Schlechte Laune. Ein stückweit ganz normal in dieser Jahreszeit. Unser Körper braucht Zeit, bis er sich neu eingestellt und den Bio-Rhythmus angepasst hat. 

Herbstblues oder Winterdepression?

 

Jedoch kann aus diesem natürlichen Anpassungsprozess auch eine „Winterdepression“ werden. Fachlich korrekt heißt diese Störung „saisonal abhängige Depression“, kurz SAD. Laut einer Studie im nordamerikanischen Raum seien davon zwischen 4 und 18 Prozent der Menschen betroffen. Die Zahlen sind wohl deswegen so ungenau, weil viele Betroffene nicht zum Arzt gehen. In Skandinavien sind wohl noch mehr Menschen betroffen, in Deutschland eher etwas weniger. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, ist für Frauen und ab dem 30. Lebensjahr höher.

Die Symptome dieser Störung, die vor allem im Herbst und Winter auftritt, sind:

·        Müdigkeit

·        Energielosigkeit

·        verminderte Aktivität und geringere Leistungsfähigkeit

·        Niedergeschlagenheit

·        vermehrter Appetit (vor allem auf kohlenhydrathaltige Speisen) mit einhergehender Gewichtszunahme

·        hohes Schlafbedürfnis bei gleichzeitig als nicht erholsam erlebtem Schlaf

·        Libidoverlust

 

Die SAD ist eine Erkrankung, die von einem Facharzt ordentlich diagnostiziert und behandelt werden sollte. Eingesetzt dazu wird vor allem Lichttherapie, Johanniskraut oder medikamentöse Therapie mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI). 

Vorbeugung juche - Herbstblues adé

Am besten ist es jedoch, vorzubeugen. Dafür zu sorgen, dass aus einem „normalen Herbstblues“ keine Erkrankung wird. Sagen Sie mit meinen zehn einfachen Tipps Müdigkeit, Energieverlust und schlechter Stimmung den Kampf an.

 

Und los geht`s…

 

Herbstblues adé - Tipp Nr. 1: Machen Sie Wechselduschen

 

Das ist wohl eine der allereinfachsten Arten, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Wechselduschen stärken das Immunsystem, fördern die Durchblutung und tragen zur Verbesserung des Lymphflusses bei. Der Kreislauf wird angeregt. Sogar stimmungsaufhellende Wirkung wird der sogenannten Hydrotherapie attestiert. Und so funktioniert es richtig: Duschen Sie Ihren Körper abwechselnd mit warmem und kaltem Wasser ab. Beginnen Sie dabei an den Füßen und arbeiten Sie sich langsam weiter nach oben vor. Achten Sie gerade als Anfänger darauf, dass die Kaltphase nicht zu lang dauert und die Temperaturunterschiede nicht zu groß sind. Als Fortgeschrittener sollte die jeweilige Temperatur jeweils eine Minute angewandt werden bevor der Wechsel erfolgt. Insgesamt sollten drei Warm-Kalt-Phasen durchgeführt werden. Beendet wird mit kalt. Schöner Nebeneffekt: die Haut sieht hinterher rosig und glänzend aus. Somit ist die Wechseldusche zusätzlich auch ein richtiger Kick für unsere Jugend. 

 

Herbstblues ade: Wechselduschen
Bild: Ze Zorzan über unsplash.com

Herbstblues adé Tipp Nr. 2: Tageslicht und frische Luft tanken.

 

Ich weiß, das ist ein alter Hut. Aber unglaublich wichtig für unser Wohlbefinden in der Herbstzeit. Wie wäre es zum Beispiel mit einem kleinen 20-Minuten-Spaziergang in der Mittagspause? Wer es gar nicht schafft, bei Tageslicht nach draußen zu gehen, dem sei eine Tageslicht-Lampe empfohlen. So eine Lampe simuliert Sonnenlicht mit einer Lichtstärke von 10.000 Lux oder sogar mehr. Dies wirkt auf den Hormonhaushalt ein und beugt so Unausgeglichenheit, gedrückter Stimmungslage, Antriebslosigkeit und Energiemangel vor. Gute Geräte gibt es in einem Preissegment zwischen 75 und 100 Euro. (Meine Empfehlung:  eine Tageslichtlampe

Frische Luft gibt es auch im Dunkeln. Also ruhig vor oder nach der Arbeit eine kleine Runde draußen wagen. Warm eingepackt versteht sich. Im Übrigen: auch die Bewegung an sich tut der Stimmung gut, weil dadurch vermehrt Botenstoffe im Gehirn freigesetzt werden. Und das ganz ohne Leistungssportler werden zu müssen. Wer sich schwer tut damit, nach draußen zu gehen, dem hilft vielleicht Gesellschaft. Dann macht es doch gleich mehr Freude, wenn man nicht alleine seine Kreise drehen muss. 

 

Herbstblues adé Tageslicht und frische Luft
Bild: Lukas-H über unsplash.com

Herbstblues adé Tipp Nr. 3: Gewürze sorgen für Pepp.

 

Die Natur ist reich an Schätzen. Gewürze wie etwa Ingwer, Zimt, Chili, Rosmarin, Basilikum oder Thymian kennt man. Sie lassen sich jedoch ganz gezielt für unsere Gesundheit verwenden. Ingwer zum Beispiel ist ein prima Entzündungshemmer und bekämpft Übelkeit. Zimt sorgt laut Studien für die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels und wirkt sich positiv auf Aufmerksamkeit und Erinnerungsfähigkeit aus. Chili kurbelt den Stoffwechsel an, verbessert die Immunabwehr und der Wirkstoff Capsaicin hilft in Salbe auch zum Beispiel bei Rückenschmerzen. Rosmarin hilft bei Erkrankungen der Atemwege und wird im Zusammenspiel mit Zitronenmelisse besonders bei Winterdepression als lindernd angesehen. Basilikum ist ein toller Lieferant für Vitamine und Spurenelemente. Und Thymian wird nicht nur als Helfer bei Bronchitis benutzt, sondern auch wegen seiner beruhigenden Wirkung in der Behandlung von Schlafproblemen eingesetzt. Also: ran an die Gewürze. Sie sorgen nicht nur für ein leckeres Essen, sondern auch für körperliches und seelisches Wohl, halten uns gesund und fit in der kalten Jahreszeit. 

 

Herbstblues adé Gewürze
Bild: Baehaki Hariri über unsplash.com

Herbstblues adé Tipp Nr. 4: Bunte Farben sorgen für gute Laune.

 

Aktuell sind neben grau und schwarz besonders knallige, ausdrucksstarke Farben angesagt: Beerentöne, Rot, Blau, Curry. Umgeben Sie sich mit Farbe. Egal ob Kleidung, Schmuck, Taschen, Wandfarbe, Dekoration, Wohnaccessoires wie Decken, Tischsets und Kissen oder Blumen. Farben wirken auf unsere Stimmung. Das wusste schon Johann Wolfgang von Goethe als er sich der Farblehre widmete. Besonders Gelb- und Orangetöne sorgen für gute Stimmung, Freude, Heiterkeit, Wärme. Also: Farbakzente setzen. 

 

Herbstblues adé bunte Farben
Bild: Alexandra Gorn über unsplash.com

Herbstblues adé Tipp Nr. 5: Bekämpfen Sie nicht den Herbst, sondern erfreuen Sie sich an dem, was er uns Positives bietet.

 

Wenn wir achtsam sind, dann lassen sich durchaus schöne Seiten am Herbst finden: bunte, raschelnde Blätter. Klare Luft. Tage, an denen die Sonne sich durch den Nebel kämpft und alles golden beleuchtet. Knisterndes Holz im Kaminofen. Diese ganz besondere Wärme, die nur Holzöfen ausstrahlen. Es ist wieder Zeit für Tee. Für weiche Kuscheldecken. Für Couch-Potatoe-Tage. Es gibt schon die ersten Plätzchen. Finden Sie heraus, welche positiven Seiten Sie dem Herbst abgewinnen können, wenn Sie genau hinsehen und beginnen Sie damit, diese in Ihren Alltag einzubauen. 

 

Herbstblues adé das Positive am Herbst erkennen
Bild: Pavan Trikutam über unsplash.com

Herbstblues adé Tipp Nr. 6: Mit der richtigen Ernährung topfit.

 

Pilze, Grünkohl, Kürbis, Maronen, Rotkohl, Rote Bete, Wirsing  - heimische Gemüse der Herbstsaison. Besonders nährstoffreich. Genau abgestimmt auf die Bedürfnisse des Körpers in dieser Jahreszeit. Ergänzt mit Obst wie etwa Orangen, Mandarinen, Granatäpfeln, Feigen und den heimischen Quitten ergibt sich eine perfekte Mischung, um gesund in den Winter zu starten. Seien Sie doch einmal kreativ. Probieren Sie neue Rezepte aus. Mein All-Time-Favorite um diese Jahreszeit ist die Kürbissuppe mit Ingwer, dekoriert mit Kürbiskernen und einem Spritzer Kernöl. Meine Empfehlung: Kürbiskernöl aus der Steiermark

 

 

Dazu ein leckerer Feldsalat mit Rote Bete-Streifen.  Und als Nachspeise dünne Pfannkuchen, garniert mit Orangenfilets und Mandelblättchen. So lecker ist der Herbst. 

 

Herbstblues adé richtige Ernährung
Bild: Cala über unsplash,com

Herbstblues adé Tipp Nr. 7: Pflegen Sie Ihren Körper.

 

Gerade wenn die Heizperiode beginnt und wir draußen Wind und Wetter ausgesetzt sind, trocknet unsere Haut schnell aus. Deshalb macht es Sinn, unser größtes Organ zu pflegen. Wenn Sie da jetzt an ein schönes heißes Schaumbad nach dem Spaziergang denken muss ich leider sagen: das wäre zwar in punco Wohlfühlen ein Gewinn, allerdings nicht für die Haut. Pflege für die Haut um diese Jahreszeit sollte rückfettend, feuchtigkeitsspendend und besonders reichhaltig sein. Creme- oder ölhaltiges Duschgel, Handcreme, Gesichtscreme, mildes Shampoo und Haarkur, Bodylotion. Was bei mir persönlich um die Jahreszeit ein echtes Problem ist sind die rissigen, zum Teil schon brennenden Lippen. Da habe ich fast alles, was es auf dem Markt gibt, durchprobiert. Ein Produkt das mir wirklich hilft ist dieses: Lippenpflege z.B. von Clarins (unbeauftragte, unbezahlte Werbung) 

 

 

All diese kleinen Helferlein sorgen dafür, dass die Haut gut durch diese stressige Zeit kommt. So sind Sie rundum gut versorgt. Und: positive Aufmerksamkeit für sich selbst und Berührung führt zur Ausschüttung von Oxytocin und somit auch zum Abbau von Anspannung und Stress. 

Herbstblues adé Tipp Nr. 8: Lesen Sie ein Buch.

 

Eingekuschelt auf der Couch lässt es sich besonders gut schmökern. Es geht darum, die eigene Stimmung dadurch zu beeinflussen, dass Sie komplett Abstand zum Alltag bekommen, in eine völlig andere Welt eintauchen. Manche erreichen das durch Liebesromane, andere durch Fantasygeschichten, die nächsten durch packende Thriller, wieder andere durch Kochbücher. Meine absolute Buchempfehlung für die Herbstzeit ist: die Krimis von Rita Falk (unbeauftragte, unbezahlte Werbung)

 

 

Warum ist das so? Es ist das neueste Buch der Autorin Rita Falk. Alle vorherigen habe ich verschlungen. Ich liebe Heimatkrimis. Ich liebe den trockenen Humor und die schrulligen Figuren. Es ist leichte Kost und lenkt wunderbar ab vom anstrengenden Denkalltag. 

 

Herbstblues ade Buch lesen
Bild: Ksenia Makagonova über unsplash.com

Herbstblues adé Tipp Nr. 9: Holen Sie das Kind in sich heraus.

 

Wie schön war es doch als Kind, mit Gummistiefeln in eine Wasserpfütze zu hüpfen, durch raschelndes Laub zu laufen oder einen Drachen steigen zu lassen. Ich erinnere mich auch an Kastanien sammeln und daraus Männchen bauen. Wie toll war es, am Familiensonntag ein Brettspiel rauszuholen. Ich erinnere mich gern daran, wie wir alle gefiebert haben, doch irgendwann die Schlossallee beim Monopoly kaufen zu können oder die vierte Figur bei „Mensch ärgere Dich nicht“ sicher nach Hause zu bringen. November war auch die Zeit des Adventskranzbindens und Schmückens und die Zeit des ersten durch das Haus wabernden Plätzchenduftes. Wie lustig es doch war, die sorgfältig von Mama versteckte Plätzchendose aufzuspüren und daraus zu naschen. So haben die „Leckerl“ natürlich nie gereicht bis Weihnachten. Was auch immer aus Ihrer Kinderzeit es ist, woran Sie sich erinnern, wenn es um den Spätherbst geht: tun Sie es. Nutzen Sie dieses alte Wohlfühl-Wissen. Ein bisschen kindliche Freude hat noch niemandem geschadet. 

 

Herbstblues adé das Kind in sich wiederentdecken
Bild: Michal Parzuchowski über unsplash.com

Herbstblues adé Tipp Nr. 10: Zeit für die Partnerschaft.

 

Gerade im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, es häufig dunkel und kalt ist, ist meistens nicht so viel los wie im lebendigen Sommer mit all seinen Einladungen, Grillpartys, Radtouren und so weiter. Dies ist die optimale Zeit, die Partnerschaft zu pflegen, Qualitäts-Zeit miteinander zu verbringen und so auch die Stimmung positiv zu beeinflussen. Von Berührung haben wir ja schon kurz im Tipp 7 gesprochen. Natürlich wirkt fremde Berührung, Umarmen, Kuscheln noch viel besser. Überlegen Sie doch einmal als Paar gemeinsam, was Ihnen Spaß machen könnte: ins Kino, ein Besuch in der Sternwarte, Tanzen gehen, ein Dinner in the Dark? Was fällt Ihnen ein? 

 

Herbstblues adé Kuscheln und Zeit für die Partnerschaft
Bild: Haley Powers über unsplash.com

Aber noch einmal zurück zum Anfang: ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich stelle mir gerade einen Igel vor, wie er sich morgens kalt duscht, dass es ihm die Stacheln aufstellt. Wie er sich danach, die Pfötchen pflegt. Wie er sich danach einen orangen Schal umwickelt und eine Extraportion Äpfel verspeist. Gleich gefolgt davon, dass er wie ein Derwisch durchs Laub springt, dass die Blätter nur so rascheln. Ich glaube wir lassen ihn  lieber Winterschlaf halten.

 

 

So, und nun muss ich aufhören zu schreiben und raus zum Herbstspaziergang. Und wenn Sie noch mehr von mir hören möchten, dann folgen Sie mir auf Facebook.

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Kommentare: 1
  • #1

    Rosi.B. (Dienstag, 14 November 2017 22:25)

    Hallo Julia, ich habe mich für Fit & Fun entschieden ich gehe jetzt regelmäßig zum Fitness. Mache täglich meine Meditation zur Entspannung. Ja, und mein Hund fordert mich auf nach draußen zu gehen. Ich danke Dir für die tollen 10 Tipps die sehr ansprechend sind. Ich wünsche Dir selbst für die kürzeren Tage auch eine gute Zeit.
    Viele Grüße Rosi